Tomáš Kandra

Tomáško war erst sieben Jahre alt, als sich sein – und eigentlich das Leben der ganzen Familie – auf den Kopf stellte. Am Allerheiligen, dem 1. November 2025, wurde er auf einem Zebrastreifen von einem Auto angefahren. Nur kurze Zeit vorher spielte er noch draußen mit seinen Freunden. Dann kamen Krankenwagen, Krankenhäuser, Angst und Tage, die seine Mutter Erika nie vergessen wird.

Tomáško erlitt schwere Schäden am Gehirn und Kleinhirn, eine starke Gehirnerschütterung sowie Beckenverletzungen. Die Ärzte versetzten ihn in ein künstliches Koma, und die Familie wartete nur ab, was als Nächstes geschah. Erika saß jeden Tag bei ihm, las ihm vor und sang ihm Lieder. Sie glaubte, er könne sie irgendwo innerlich hören, auch wenn man ihr im Krankenhaus sagte, dass er nichts wahrnehme. Die schwierigste Zeit war die Aufwachphase. Tomáško begann zwar, sich zu erholen, aber er öffnete seine Augen nicht, was kein gutes Zeichen war und die Angst umso größer machte.

Später verlegten sie ihn von Košice zurück nach Hause, ins Krankenhaus von Prešov. Und genau dort kam der Moment, der ihnen neue Hoffnung gab – aus dem Krankenhaus riefen sie ihnen an, dass Tomáško seine Augen geöffnet hatte. Für die Mutter bedeutete das eine riesige Erleichterung, denn sie konnten ihn auf eine normale Station verlegen und sie konnte endlich nonstop bei ihm sein. Seit diesem Moment begann er, sich schneller zu entwickeln. Er erkannte alle, nahm seine Umgebung wahr, war wieder in der Realität, obwohl er noch nicht sprach, da er eine Tracheotomie hatte. Er war ein stiller, ruhiger und sehr gehorsamer Patient, den auch die Schwestern ins Herz schlossen.

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Dann kam ein weiterer starker Moment. Erika begann ihm im Krankenhaus ein Lied vorzusingen, das sie ihm auch während des künstlichen Komas auf der Intensivstation vorgesungen hatte. Zuvor hatten sie es nie zu Hause gesungen. Plötzlich stimmte Tomáško ein und begann, es mit ihr zu singen. Er kannte den Text des Liedes. Da verstand sie, dass er ihn die ganze Zeit irgendwo tief drinnen wahrgenommen hatte.

Während dieser ganzen Reise musste die Familie lernen, ganz anders zu funktionieren. Zu Hause blieb auch die kleine Tochter, die erst ein Jahr und zwei Monate alt war und die die Mutter in anderthalb Monaten nur einmal gesehen hatte. Sie wusste jedoch, dass Tomáško sie am meisten brauchte. Der Glaube gab ihnen große Kraft. Bis heute sagen sie, dass bei Tomáško ein Wunder geschah. Für sie ist es auch symbolisch, dass sich der Unfall am Allerheiligen ereignete und Tomáško am Weihnachtsfest, dem 25. Dezember, zum ersten Mal auf die Beine kam.

Als sie am 14. Dezember endlich nach Hause kamen, wussten sie, dass der nächste Schritt die Rehabilitation sein würde. Tomáškovo Körper war sehr geschwächt, er musste sich auch von seiner Beckenverletzung erholen, und sein Gehirn brauchte Zeit und intensive Therapie. Deshalb kamen sie nach Adeli. Die Familie glaubt, dass gerade die Rehabilitation ihm helfen wird, seine Bewegungs- sicherheit, Kraft und Eigenständigkeit zurückzugewinnen. „Es ist nicht vergleichbar mit dem Training zu Hause. Tomáško arbeitet mit den Therapeuten zusammen, lacht mit ihnen, freut sich buchstäblich auf die Therapien, bei denen die richtigen Bewegungsmuster und die Stimulation des Nervensystems gefördert werden, was dem Gehirn hilft, nach einer so schweren Verletzung Verbindungen wiederherzustellen und zu stärken.“

Tomáš liebt Fußball und sehnt sich danach, wieder mit seinen Freunden auf dem Spielfeld zu stehen. Er nähert sich diesem Ziel mit Riesenschritten, und alle betrachten seine Fortschritte als ein unglaubliches Wunder.

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